Zeitungsartikel mit der Kritik aus den Badischen Neuesten Nachrichten

„Der Messias“ in der vollbesetzten Liebfrauenkirche


Hauptsächlich wegen seines ersten Teils, der sich mit der Geburt Jesu befasst, gehört Georg Friedrich Händels Oratorium „Der Messias“ genauso wie etwa Bachs Weihnachtsoratorium ganz obligatorisch in den Reigen der vielen Advents- und Weihnachtskonzerte, die in den kommenden Wochen überall in der Region über die Bühne gehen.

So ließen es sich auch das Vokalensemble der Ettlinger Herz-Jesu-Kirche und das Barockorchester L’arpa festante zusammen mit den Solisten Sabine Goetz (Sopran), Regina Grönegreß (Alt), Jürgen Ochs (Tenor) und Markus Flaig (Bass) unter der Gesamtleitung von Kantor Bruno Hamm am ersten Adventssonntag nicht nehmen, Händels Oratorium in der voll besetzten Liebfrauenkirche in Ettlingen-West in eindrücklicher Weise aufzuführen.

Zu dieser eindrücklichen Wirkung trug zunächst einmal das in historisch informierter Spielpraxis und mit historischen Instrumenten agierende Orchester bei, das mit kompakt-kernigen, dabei jedoch stets leichtfüßig-transparentem Klangbild – zum Teil mit hinzugezogenen Pauken und Trompeten – unter dem sparsamen, aber wirkungsvollen Dirigat Bruno Hamms präzise musizierte.

Gewissermaßen Herzstück des Oratoriums sind die zahlreichen bekannten Chorsätze wie „And the glory of the Lord“, „For unto us a Child is born“ oder natürlich das „Hallelujah“ aus dem zweiten, sich mit Jesu Passion beschäftigendem Teil, in denen das Vokalensemble Herz Jesu trotz der Originalfassung in englische Sprache mit guter Textverständlichkeit, sauberer Intonation und gutem „Zusammenspiel“ mit dem Orchester aufwartete. Die Ausdeutung der inhaltlichen Details und Episoden des Lebens Jesu in den drei Oratoriumsteilen von der Geburt bis hin zur Wiederkunft am Jüngsten Tage lag schließlich in den Händen der vier Solisten: so gefiel der Tenor Jürgen Ochs einerseits mit ruhiger und unaufgeregter Erzählweise, wo nötig, verlieh er seinem Part aber auch einen angemessen anklagenden, eindringlichen Gestus. Letzteres traf auch auf den Bassisten Markus Flaig zu, der seinem Part den notwendigen würdevollen Impetus gab.

Das recht dunkle Timbre der Altistin Regina Grönegreß (die sehr kurzfristig für die erkrankte Judith Ritter hatte einspringen müssen) vertrug sich besonders gut mit den Aspekten der Passionsgeschichte, wohingegen die Sopranistin Sabine Goetz mit beweglich-virtuosen Koloraturen und heller und zugleich warm getönter Stimme gefiel. Das Publikum war am Ende des großen Werkes total begeistert und applaudierte stehen ob der erbrachten Leistungen. (hd)

So erschienen am 1.12.2015 in den BNN - Ausgabe Ettlingen - Abdruck mit freundlicher Genehmigung

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